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In Sachsen und Böhmen befindet sich das Mittelgebirge namens Erzgebirge. Die Staatsgrenze verläuft knapp nördlich der Kammlinie zwischen Deutschland und Tschechien. Der Keilberg und der Fichtelberg sind die höchsten Erhebungen. Seit der ersten Besiedlungswelle im Mittelalter wurde die erzgebirgische Natur intensiv durch menschliche Eingriffe geformt und hat eine vielseitige Kulturlandschaft entstehen lassen.


An vielen Orten prägte insbesondere der Bergbau mit Halden, Stauanlagen, Gräben und Pingen das Landschaftsbild und die Lebensräume von Pflanzen und Tieren. Ein beliebtes Wandergebiet ist das Erzgebirge, in den Hochlagen sind Wintersportgebiete vorhanden. Als Landschaftsschutzgebiet Osterzgebirge steht das östliche Erzgebirge unter Landschaftsschutz. Als Naturschutzgebiete und Naturdenkmale stehen weitere kleinere Gebiete auf deutscher und tschechischer Seite unter staatlichem Schutz. Außerdem befinden sich in den Kammlagen mehrere größere, nur von Regenwasser gespeiste Hochmoore.


Der Begriff Saltusbohemicus tauchte im 12. Jahrhundert auf. Böhmischer Wald, Beheimer Wald, Behmerwald oder auch Böhmerwald wurden in deutscher Sprache genutzt, im Tschechischen Český les. Heute werden letztgenannte Bezeichnungen für die südwestlichen Randgebirge Tschechiens verwendet. An vereinzelten Stellen wurden auch weiter von der älteren Forschung, in älteren Schriftquellen erscheinende Bezeichnungen als Namen des Erzgebirges angesehen. Nur für die ausgedehnten Wälder der Mittelgebirgszone wurden jedoch die im 9. Jahrhundert erscheinenden Bezeichnungen HircanusSaltus (Herzynischer Wald) oder Fergunna nur allgemein verwendet. Im 16. Jahrhundert kam es nach der Entdeckung großer Erzvorkommen zu weiteren Umbenennungen. Erstmals 1589 benutzte Petrus Albinus den Namen Erzgebirge in seiner Chronik. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts verwendete man vorübergehend auch den Namen Meißener Berge. Die Bezeichnung Erzgebirge und tschechisch Rudohoří bürgerten sich ein viertel Jahrhundert später ein.


Außerhalb Deutschlands tragen die Bezeichnung Erzgebirge weitere Landschaften.  Seit der Zeit der ersten Besiedlungswelle wurde die erzgebirgische Geschichte in besonderem Maße von der wirtschaftlichen Entwicklung, insbesondere der des Bergbaus, beeinflusst. Zu Beginn verlief die Besiedlung des Erzgebirges vor allem auf der böhmischen Seite langsam. Der Anbau landwirtschaftlicher Produkte wurde durch das raue Klima und die kurzen Vegetationszeiten verhindert. Meist erfolgte die Ansiedlung, gefördert durch das Adelsgeschlecht der Hrabischitz vom Fuß der Berge aus und verlief entlang der Gebirgsflüsse in die tiefen Wälder. Das erste Silbererz in der Umgebung des heutigen Freiberg wurde 1168 infolge der im 12. Jahrhundert beginnenden Besiedlung am Nordfuß des Erzgebirges entdeckt, dort erhob sich anschließend das Erste Berggeschrey. Erstes Zinnerz am Südfuß wurde nahezu zeitgleich in Böhmen gefunden. Das Erzgebirge wurde im 16. Jahrhundert zum Zentrum des Bergbaus in Mitteleuropa. Die Zahl der Einwohner auf der sächsischen Seite stieg durch die neuen Funde weiter rasch an. In Böhmen begann unter Kaiser Ferdinand II. zwischen 1624-1626 eine beispiellose Rekatholisierung. Daraufhin flüchtete eine Großzahl der böhmischen Protestanten in das benachbarte Kurfürstentum Sachsen. Viele böhmische Dörfer wurden in der Folge verwüstet und verödeten, währenddessen durch diese Emigranten auf sächsicher Seite neue Orte, wie die Bergstadt Johanngeorgenstadt begründet wurden.